Die Kraft der Frauenkreise
Überall auf der Welt kommen Frauen wieder im Kreis zusammen und erwachen in ihre weibliche Kraft. Was macht “frau” in einem Frauenkreis?
Dass wir im Kreise zusammenkommen ist natürlich kein Zufall. Der Kreis ist bei den Urvölkern die Grundlage für den Aufbau von Nomadenzelten und -lagern. Häuser, Felder, und Städteplanung der modernen Gesellschaft sind eher quadratisch angelegt. Der Kreis symbolisiert vieles: er steht für Einheit, das Vollkommene und somit das Göttliche. Als unendliche Linie ist er Symbol der Unendlichkeit. Wenn Menschen im Kreis zusammenkommen, drückt es für diese Gruppe in dem Moment Geschlossenheit und Ganzheit aus. Es schließt ein und grenzt aus. Ja! In der Tat schließen Frauenkreise Männer aus.
Im Kreise unter Frauen
Warum nur Frauen? Das hat einen einfachen Grund. Wir wollen weibliche Qualitäten in der Gemeinschaft stärken. Egal in welchem Kulturkreis, traditionell gab es schon immer Phasen wo Frauen unter Frauen in regelmäßigen Abständen zusammen kamen – so wie Männer mit ihresgleichen auch. In vielen indianischen Traditionen, wie zum Beispiel der Lakota-Indianer, versammelten sich Frauen während ihrer Menstruation in Mondhütten – einem geschützten Ort des Rückzugs, um unter Frauen diese Zeit zu feiern und Visionen für den Stamm zu empfangen.
Geschlechtertrennung stärkt
Doch auch hier in Europa, vor allem in den südlichen Ländern Europas ist das Sein unter seinesgleichen noch verbreitet. Wenn wir auf einen italienischen Dorfplatz schauen, sitzen die Männer oft auf der einen und die Frauen auf der anderen Seite; und nach getanem Tratsch und Austausch kommen Frau und Mann wieder zu Hause zusammen. Oft hören wir Beschwerden von Männern warum sie an unseren Treffen nicht teilnehmen dürfen. Erstens, es gibt Männerkreise, zweitens hat das Zusammenkommen mit dem gleichen Geschlecht nichts Trennendes, sondern etwas Stärkendes.
Erinnerung an die weibliche Kraft
Hierzulande kultiviert frau höchstens den Mädelsabend. Auch schön, übrigens! Im Frauenkreis geht es jedoch um mehr. Kathie Melua singt in ihrem Lied Perfect Circles “And even when I’m walking straight I always end up in a perfect circle”. “Selbst wenn ich geradeaus laufe, endet alles in einem perfekten Kreis.” Das bringt es auf den Punkt! Frauen sind zyklische Wesen und sie können gar nicht anders! Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, es liegt uns im Blut. Wenn wir im Einklang sind, fällt es uns leichter mit den Zyklen zu leben. Alleine über unsere Verbindung mit unserer Menstruation, mit dem Mond und einem inhärenten zarten weiblichen Instinkt, der nah an der Natur ist, können wir (wieder) so viel lernen. Das ist nichts Neues – nur etwas, was in Vergessenheit geraten ist. In diesem Artikel erklären wir, warum die Sehnsucht nach dem Ur-Weiblichen tief in uns steckt.
Frauen müssen einander unterstützen
Vielleicht sind viele deshalb müde, verloren und aufgerieben, fühlen sich zerrissen zwischen all den Rollen und den damit verbundenen Ansprüchen, die wir als Frau heutzutage vermeintlich erfüllen müssen. Denn in der linearen und funktionalen modernen Welt von höher, schneller, weiter hat das Annehmen von Kreisläufen und Rückzugsphasen wenig Platz. Genau das kultivieren Frauenkreise wieder! Das Annehmen. Den Zyklus. Den Kreislauf.
Wir lernen uns wieder gegenseitig zu unterstützen – den Konkurrenzkampf abzulegen. Denn wenn eine Frau in ihre Kraft kommt hilft das dem großen Ganzen. Wenn eine Frau wieder in ihrem Licht scheint, gibt sie anderen Frauen die Erlaubnis dasselbe zu tun. Dazu gehört es Masken fallen zu lassen und sich verletzlich zu zeigen. Das geschieht weich und in einem sicheren Raum. Nichts wird gepusht (oder sollte nicht!) oder erwartet. Es geht um Vertrauen, Loslassen, chaotisches fließen lassen, annehmen.
Die Magie der Weiblichkeit
Der meiste Zauber in einem Frauenkreis kann nicht geplant werden, er kann nur geschehen! Es geht um eine natürliche Rückverbindung mit der weiblichen Kraft. Dabei können viele Themen eine Rolle spielen: Geburt, Menstruation, Selbstliebe, Intimität, Intuition, Unabhängigkeit, Abgrenzung, Selbstwert und vieles mehr. Die Themen sind facettenreich. Es gibt genauso viele unterschiedliche Formen des Frauenkreises, wie es Frauen gibt. Ob Tanz, Singen Meditation, Kuscheln, Reden, Rituale. Jeder Kreis ist einzigartig. Es geht darum weibliche Qualitäten wieder zu leben, die das jahrtausendalte Patriachat in Vergessenheit gebracht hat. Wer anderes soll sich daran erinnern, wenn nicht wir Frauen?
Zurück zur Balance
Es geht nicht um Geschlechterkampf. Wie in unserem ersten Artikel bereits erwähnt, glauben wir fest daran, dass die Erde nur in Balance sein kann, wenn das Zusammenspiel zwischen weiblichen und männlichen Qualitäten im Einklang ist. Derzeit leben wir in einer Realität, in der männliche Qualitäten dominieren: Lineares Denken, Logik, alleiniges Vertrauen in die Wissenschaft, Erfolgs- und Konsumorientiertheit, sind nur einige Stichworte, die unsere Gesellschaft beschreiben. Wie immer geht es um Balance. Wenn ein Schiff erst mal zu weit auf eine Seite wankt, droht es zu kentern. So geht es mit unserem Planeten Erde auch.
Frauenkreise – so wichtig wie nie
Genau deshalb sind die heutigen Frauenkreise von so großer Bedeutung. Oft wird die Befürchtung einer Überbetonung des Weiblichen – meistens von Männern – ausgesprochen. Dazu sagen wir nur: “Entspannt und freut Euch, Männer!” Wenn Frauen wieder mehr in ihre weibliche Kraft kommen, kommen Männer auch wieder in die ihre. Das Ziel ist das große Ganze wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Lasst uns Katie Meluas Gesang folgen und alle gemeinsam in einem perfekten Kreis zusammen kommen.
Dir ist noch nicht ganz klar was ein Frauenkreis ist? Da verhält es sich wie mit dem Yoga: am besten erfährst Du es selbst!
Foto: Philipp Frank
Die Autorinnen Vero und Katrin lernten sich beim Yoga kennen. Beide gehen seit 2015 gemeinsam den Weg der weiblichen spirituellen Praxis. Zusammen möchten sie Frauen durch Frauenkreise und Yoga Retreats an ihre zyklische Natur erinnern und sie dabei unterstützen sich mit ihrer Shakti Kraft zu verbinden.
Katrin Strohhäcker bietet neben ihren Vinyasa- und Yin-Yogastunden, Frauenkreise, Lomi Lomi Nui Massagen und spezielle Massagen für Frauen an. Des Weiteren bildet sie sich als Heilpraktikerin für Psychotherapie fort, um so ganzheitlich – auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene wirken zu können. Sie versteht sich als Begleitende, die Frauen auf ihrem individuellen Weg zu mehr Entspannung, Weiblichkeit und Freiheit unterstützt. In ihre Arbeit fließen ihre bisherigen Erfahrungen aus Yoga, Tantra, Taoismus, altem Wissen, sowie viel Begeisterung, Mitgefühl und Liebe ein. Mehr Infos unter www.shakti.yoga
Veronika Hausberger unterrichtet Yoga und Pranayama auf Deutsch und Französisch in München. In der Essenz geht es ihr um Bewegung – körperliche und geistige! Als angehende Heilpraktikerin für Psychotherapie begleitet sie Menschen und geht selbst den Weg zu mehr Freiheit, Frieden und Zufriedenheit. Sie ist ausgebildet in Intrapsychischer Systemarbeit (IPS) sowie der intensiven Rebirthing Atemmethode. Sie vertieft ihr Wirken durch kreativen Tanz, Trance Dance und Ahnenarbeit. Mehr Infos unter www.ohlala.yoga